Das Recht der Sezession als Ausfluss des Selbstbestimmungsrechts der Völker
Leverbaar
Der Begriff der Sezession spiegelt in exemplarischer Weise den rapiden Wandelwider, der sich im Völkerrecht in den vergangenen Jahrzehnten vollzogen hat. DieAnalyse der Staatenpraxis, auf die die Arbeit besonderes Augenmerk legt, offenbart,dass das lange Zeit existierende Tabu gegenüber einem Recht auf Sezession insWanken geraten ist. Eine Interpretation des Selbstbestimmungsrechts als Grundlagelegaler Sezessionen rührt an den Grundfesten des Völkerrechts, das in seinertraditionellen Konzeption von staatlicher Souveränität, Interventionsverbot undAnerkennung eine ausschlie�lich auf das Effektivitätsprinzip ausgerichtete Ordnungdarstellt. Die Arbeit zeigt auf, dass das zunehmende Bekenntnis des Völkerrechts zumateriellen Werten wie Individualrechtsschutz, Minderheitenschutz undSelbstbestimmungsrecht der Völker keine blo�e Rhetorik ist, sondern sich auch inden fundamentalen Ordnungsmustern manifestiert. Unter eingehender Würdigungder mit dem Selbstbestimmungsrechtbefassten Instrumente, der Spruchpraxis und der nicht auf das Völkerrechtbeschränkten Literatur entwickelt die Arbeit eine gleicherma�en praxisorientiertewie rechtlich tragfähige Konzeption zur Beurteilung der Rechtmä�igkeit vonSezessionen, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass eine kohärenteDurchsetzung von Selbstbestimmungsansprüchen innerstaatlicher Gemeinschaftenauf absehbare Zeit utopisch bleiben wird.
536 pagina's | Duits
Verschenen in 2008
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