Königsberg / Ostpreußen; Wir wollten nur leben; Wir wollten nur leben
Leverbaar
Ostpreu�en befand sich ab Herbst 1944 dem verstärkten Druck der Ostfront ausgesetzt. Die Landbevölkerung wurde darauf vorbereitet, Notquartiere für Ausgebombte und Flüchtlinge bereitzustellen. In Königsberg lief das Leben, der Kriegszeit entsprechend, noch einigerma�en in vernünftigen Bahnen. Frau Gerber kam mit ihrem Sohn Achim von einer Urlaubsreise zu ihrem Mann nach Königsberg zurück. Er hatte sie vor der Heimreise gewarnt und gebeten, bei ihm zu bleiben, leider vergebens. Zunächst verlief der Alltag wie bisher, als nach dem gro�en Luftangriff auf Königsberg die Lage sich schlagartig veränderte. Die Evakuierung aufs Land, die sich zuspitzende Versorgungslage, lie�en ihren Mann den Versuch starten, sie aus der Stadt herauszuholen. Durch den Einfluss ihres Vaters scheiterte der Versuch. Als die Kriegslage aussichtslos wurde und der Ring um Ostpreu�en geschlossen war, versuchte man ein Flüchtlingsschiff in Pillau zu erreichen. Dieses Unternehmen verlief im Desaster. Sie wurden von den Russen überrollt und erlebten die ersten nicht zu vergessenden Gräueltaten. Nach der Rückkehr ins zerstörte Königsberg begann das Martyrium der Familie. Durch Krankheit, Hunger und keine ordentliche Wohnung waren sie dem Verzweifeln nahe. Die Russen betrachteten Ostpreu�en als ihr erbeutetes Land, und Königsberg erhielt den Namen Kaliningrad. Man begann mit der Aussiedelung der noch recht zahlreich vorhandenen Deutschen. An erster Stelle Alte, Kranke und Gebrechliche. Frau Gerbers Eltern mit ihrer Schwester wurden nach Deutschland geschickt, sie blieb mit Achim alleine zurück. Es kam noch schlimmer, die junge Frau wurde zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt und nach Russland verschleppt. Ihr Sohn war wie ein herrenloser Hund, um den sich keiner kümmerte. Er musste sich alleine durchs Leben schlagen.
621 pagina's | Duits
Verschenen in 2009
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