Roter Regen; Leichte Geschichten; Leichte Geschichten
Leverbaar
Man stelle sich den Schriftsteller vor als einen Gärtner, glücklich in der Sorge um seine Schützlinge den kümmerlichen Papyrus, die erkahlende Zypresse, die auffahrende Palme, all die unterschiedlichen Gesellen, die sich über die Jahre in seinem Garten ein gefunden haben. Und man stelle sich das Gedächtnis vor als einen solchen südlichen Garten: von scheuen Tieren besucht, mit Steinen und Unkraut durchsetzt, von Austrocknung bedroht, und dann, ein Tropfen Wasser, ein Stichwort, und er erblüht in ungeahnter Pracht. Ich habe keins, behauptet Cees Nooteboom gern, wenn es um sein Gedächtnis geht, und im nächsten Moment sieht man ihn wieder begeistert jäten, harken, fegen, gie�en, hegen, entlausen und sägen: Wer keine Vergangenheit hat, mu� sich eine schaffen. Die Leichten Geschichten zeigen Nooteboom als Arbeiter im Garten der Erinnerung. Erste Reisen, ein Labyrinth aus Gassen und eine Haschpfeife in irgendeiner Oase, längst geteerte Schotterpisten, alte Nachbarn auf Menorca, jugendliche Exzesse und was an Weisheit oder Rückenschmerzen davon übrig ist, all die Szenen und Erlebnisse, die im Gedächtnis so zufällig wie zwingend Niederschlag gefunden haben, sind hier versammelt zu einem Strau� sehr heiterer, sehr persönlicher Geschichten, mehrheitlich die Ernte des letzten, ausgesprochen fruchtbaren Jahres. Der belgische Maler Jan Vanriet steuert zum Gärtner ohne Garten ausdrucksstarke Vignetten bei.
239 pagina's | Duits
Verschenen in 2008
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