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Kriegsdienstverweigerer in der BRD

Eine empirisch-analytische Studie zur Motivation der Kriegsdienstverweigerer in den Jahren 1957–1971

Specificaties
Paperback, 177 blz. | Duits
VS Verlag für Sozialwissenschaften | 1972e druk, 1972
ISBN13: 9783531111353
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Juridisch :
VS Verlag für Sozialwissenschaften 1972e druk, 1972 9783531111353
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Samenvatting

Mit einiger RegelmaBigkeit sind in der Bundesrepublik AuBerungen zu registrieren, die Unbehagen oder Aversion gegenliber einer gesellsdtaft­ lidten Randgruppe - den Kriegsdienstverweigerern - zum InhaIt haben. Diese Gruppe oder deren Tun und ihre Existlenz wird haufig als unange­ nehm, nicht konform, staatsfeindlidt oder zersetzend gewertet. Derartige Verlautbarungen hatten in den 50er Jahren etwa den Tenor, daB sich Kriegsdienstverweigerer aus der staatlidten und »volklidten« Gemeinsdtaft ausschlossen 1. Der Bundeswehr-Generalmajor Herrmann konnte 1956 nach insgesamt 31 militarischen Dienstjahren kein Verstand­ nis flir Kriegsdienstverweigerer haben, so sein Eingestandnis. Er zitierte einen hohen katholisdten Wlirdentrager, wonach es sich bei dieser Gruppe urn »Kommunisten oder Feiglinge« handelte 2. Ende der 60er Jahre spradt dann der CSU-Abgeordnete des Bundestages und Vorsitzende des Ver­ teidigungsaussdtusses Zimmermann angesichts der steigenden Zahlen von Kriegsdienstverweigerern, die ihren Antrag wahrend der Dienstzeit stell­ ten, von »Saboteuren« 3. Und im Friihjahr 1971 meinte Bundeskanzler Brandt vor dem Parlament: »Wir mlissen denen entgegentreten, die das unbestrittene Recht der Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgriinden zu ganz anderen Zwecken nutzen. « 4 Ein halbes Jahr zuvor hatte der sozialdemokratische Verteidigungsminister Helmut Schmidt seine eigenen Schliisse aus der Statistik gezogen und auBene einen »Eindruck, daB die jungen Leute aufgrund statistischer Erfahrungen davon ausgehen kon­ nen, daB jemand, der als Wehrdienstverweigerer anerkannt wird, eine groBere Chance hat, sich von dem Dienst davonzusdtlangeln als jemand, der nicht zu dieser Gewissensentscheidung kommt.

Specificaties

ISBN13:9783531111353
Taal:Duits
Bindwijze:paperback
Aantal pagina's:177
Druk:1972

Inhoudsopgave

A.- 1. Einleitung.- 2. Die Entwicklung des Rechts zur KDV in der BRD.- 2.1. Zur Entwicklung der Kriegsdienstverweigerung in der Nachkriegszeit.- 2.1.1. Der Artikel 26 I GG.- 2.1.2. Die Debatte um den Wehrbeitrag.- 2.2. Vorbereitung der Entfunktionalisierung des Rechtes auf Kriegsdienstverweigerung.- 2.3. Die Einschränkung des Grundrechts durch das Wehrpflichtgesetz.- 2.4. Das Normenkontrollverfahren zu § 25 Wehrpflichtgesetz.- 2.5. Zusammenfassung.- B.- 3. Das Anerkennungsverfahren.- 3.1. Darstellung des Verfahrens.- 3.2. Kritische Anmerkungen zum Verfahren.- 3.2.1. Der Vorsitzende und seine Stellung im Verfahren.- 3.2.2. Die Beisitzer der Prüfungsausschüsse und Prüfungskammern.- 4. Motivation zur KDV.- 4.1. Motivation zur KDV in Literatur und öffentlicher Meinung.- 4.2. Zur begrifflichen Abgrenzung der Motivation.- 4.3. Der gesellschaftliche Bezugsrahmen der Motivation.- 4.4. Motivation und Gewissen.- 5. Der Einfluß integraler Variablen auf Motivation und Verhalten.- 5.1. Abschreckungsstrategie: das Verfahren.- 5.2. Abschreckungsstrategie: der zivile Ersatzdienst.- 5.3. Der Einfluß von Beratern.- 5.4. Dem Verfahren vorgelagerte Filtermechanismen.- C.- 6. Zur Inhaltsanalyse von Bescheiden und Urteilen.- 6.1. Fragestellung.- 6.2. Erfassung der Merkmalsdimensionen und -ausprägungen.- 6.3. Inhaltliche Bestimmung gesellschaftsbezogener Argumente.- 6.4. Alternativen zur militärischen Verteidigung.- 6.5.1. Abgrenzung der Motivationsfelder.- 6.5.2. Skala und Index zur Quantifizierung der Motivationsfelder.- 7. Übersicht über das Material.- 8. Die zeitliche Entwicklung.- 9. Die Bedeutung spezieller Faktoren aus dem Sozialisationsbereich: Familie und Schulbildung.- 9.1. Familienverhältnisse.- 9.2. Schulbildung.- 9.3. Zweiter Bildungsweg.- 9.4. Exkurs: Studienfächer.- 9.5. Motivation-Argumentation im Vergleich.- 10. Motivations- und Argumentationsvergleich: VK-DFG/IdK.- 10.1. Vorbemerkung.- 10.2. Gesellschaftsbezogene Argumente im Vergleich.- 10.3. Motivationsindizes im Vergleich.- 11. Verfahrensausgang.- 11.1. Politische Motivation und Verfahrensausgang.- 12. Alternativen zur militärischen Verteidigung.- 12.1. Individuelle und Staatsnotwehr.- 12.2. Konstruktive Alternativen.- 12.3. Exkurs: Die Bedeutung der CSSR-Invasion.- 12.4. Motivation und Alternativnennungen.- 12.5. Der Einfluß der Schulbildung.- D.- 13. Motivationswandel im Instanzenzug ? — die Fälle X, Y und Z.- 13.1. Der Fall X.- 13.2. Der Fall Y.- 13.3. Der Fall Z.- 13.4. Zusammenfassung.- 14. Ergebnisse aus einer Fragebogenaktion und Experteninterviews.- 14.1. Beratung von KDVern durch Anwälte und Verbände.- 14.2. Verweigerer-Verbände.- 14.3. Allgemeine Entwicklung der KDV.- 14.4. Verfahrenspraxis und -ablauf.- 14.5. Soziale Schicht-Zugehörigkeit der KDVer.- 14.6. Gesellschaftspolitische Bedeutung von KDV.- 14.7. Motivation zur KDV.- 15. Statistischer Nachtrag.- 16. Abschließende Überlegungen.- E.- 17. Dokumentation zweier Interviews.- 17.1. Gespräch mit Klaus Wellhardt.- 17.2. Gespräch mit Reinhold Settele.- 18. Protokoll und Urteil eines Verwaltungsgerichtsverfahrens.- 18.1. Protokoll.- 18.2. Urteil.- Anmerkungen.

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